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Geoffrey Kipsang und Valentine Kipketer feiern Doppelsieg für Kenia, Sabrina Mockenhaupt steigt nach 12 km aus

Zwei kenianische Youngster dominierten die 31. Auflage des Vattenfall BERLINER HALBMARATHON am Sonntag. Bei warmen Temperaturen von knapp 20 Grad Celsius im Schatten und einem leichten Wind gewann Geoffrey Kipsang das Rennen in 60:38 Minuten während seine Landsfrau Valentine Kipketer nach 70:12 im Ziel war. Die beiden Gewinner, die sich jeweils eine Siegprämie von 3.500 Euro verdienten, sind beide erst 18 Jahre alt. Die große Favoritin des Rennens, Sabrina Mockenhaupt (LG Sieg), stieg nach 12 km vorzeitig aus. 

Alle Wettbewerbe zusammengerechnet, wurden für den Vattenfall BERLINER HALBMARATHON 28.869 Athleten aus 102 Nationen registriert. Darunter waren 25.500 Läufer und Walker. Damit gehört das Rennen in diesem Jahr zu den zehn größten Läufen über die 21,0975 km weltweit.

„Dies sind die beiden größten Erfolge meiner bisherigen Karriere“, erklärte Geoffrey Kipsang, der vor zwei Wochen überraschend die Goldmedaille bei den Junioren-Weltmeisterschaften im Crosslauf gewonnen hatte. „Die Wärme machte mir zwar nichts aus, aber insgesamt war das Rennen bei den hohen Temperaturen zu langsam“, sagte Geoffrey Kipsang. Ursprünglich wurde eine Zeit von unter einer Stunde angepeilt. Doch schon an der 10-km-Marke (Durchgangszeit: 28:47 Minuten) war eine solche Zeit praktisch außer Reichweite. 

Rund vier Kilometer vor dem Ziel forcierte Geoffrey Kipsang das Tempo dann entscheidend und setzte sich bald danach von seinen verbliebenen Konkurrenten aus der Spitzengruppe ab. In seinem ersten internationalen Halbmarathonrennen gelang dem Kenianer, der eine große Karriere vor sich haben dürfte, damit auf Anhieb ein Sieg. Im Ziel war er schließlich deutlich vor seinen Landsleuten Eliud Kiplagat (60:52) und Daniel Chebii (60:56). Bester deutscher Läufer war Stefan Koch (LG Braunschweig), der auf Rang 20 in 64:50 Minuten das Ziel erreichte. Nur einen Platz dahinter wurde Robert Krebs vom Veranstalterklub SC Charlottenburg bester Berliner in 65:04. 

Bei den Frauen setzte sich von Beginn an überraschend Valentine Kipketer an die Spitze. Die 18-jährige Kenianerin lief ihr erstes Rennen außerhalb Afrikas. Einmal war sie zuvor einen Halbmarathon gelaufen: Ende Februar gewann sie dabei das Rennen in der Höhenluft von Moshi (Tansania) in 74:58. Nun strebte sie überraschend dem Sieg beim hochklassigsten deutschen Halbmarathon entgegen. Denn die große Favoritin Sabrina Mockenhaupt gab das Rennen nach 12 km an zweiter Stelle liegend auf, nachdem sie zuvor auf Kurs war für eine persönliche Bestzeit (68:45). „Es war heute einfach nicht mein Tag. Ich hatte irgendwie einen Backout und dann lief gar nichts mehr“, erklärte die 30-jährige Sabrina Mockenhaupt, für die der Vattenfall BERLINER HALBMARATHON der Saisonhöhepunkt im Frühjahr sein sollte. 

Obwohl Valentine Kipketer bei der Wärme das hohe Anfangstempo nicht halten konnte, war ihr Sieg ungefährdet. In 70:12 Minuten erreichte sie mit deutlichem Vorsprung vor Fate Tola (Äthiopien/71:40) und Sonia Samuels (Großbritannien/72:56) das Ziel. In der Wärme reichte es auch für Andrea Mayr (Österreich) nicht für einen nationalen Rekord. Sie wurde in 73:22 Minuten Vierte vor der Polin Agnieszka Gortel (74:57). Dann kam die beste deutsche Läuferin, Melanie Schulz (LC Erfurt), als Sechste mit 75:24.

„Ich hatte nicht erwartet, dass ich bei meinem ersten großen internationalen Rennen gleich gewinnen würde“, erklärte Valentine Kipketer. „Ich wusste aber, dass ich gut in Form war, denn ich hatte in Eldoret gut trainiert.“